Schutz und Schönheit

Der Elbe-Boulevard ist ein Ort zum Verweilen, Flanieren und Fotografieren. Und er ist noch viel mehr: Das wohl schönste Bauwerk zum Küstenhochwasserschutz und Anpassung an den Klimawandel.

Hamburgs Elbe-Boulevard

Der Blick auf die Elbphilharmonie und den Hafen, das Wasser direkt vor der Nase und den Michel im Rücken – mehr „Hamburg“ auf einmal geht kaum. Der Elbe-Boulevard, der am 3. Mai 2019 eingeweiht wurde, bietet das alles auf einmal. Dabei ist er nicht nur eine Promenade, ein beliebter Ort für Touristen und Einheimische und ein wunderbares Fotomotiv: Das Bauwerk ist gleichzeitig ein Meilenstein des Hamburger Küstenhochwasserschutzes und reagiert auf die Anforderungen des Klimawandels.

Hochwasserschutz einmal anders

Denn das Wasser in unserer Stadt hat auch seine Schattenseiten – wenn Hochwasser die Stadt bedrängt und Infrastruktur, Güter oder gar Menschen gefährdet. Mit der Anlage wird der Hochwasserschutz für die Innenstadt zwischen der Schaartorschleuse und dem Hafentor verbessert. Denn der neue Elbe-Boulevard hat künftig eine Höhe von bis zu 8,90 Meter über Normalhöhennull (NHN) – und ist damit rund 1,70 Meter höher als die alte Schutzanlage.

Hochwasserschutz

Teil eines Ganzen

Der Elbe-Boulevard ist dabei Teil eines Gesamtkonzeptes zum Küstenhochwasserschutz, das die Stadt Hamburg verfolgt, um uns vor dem Hochwasser der Elbe zu schützen. Eine enorme Aufgabe für eine Stadt wie Hamburg, die seit der verheerenden Februarsturmflut 1962 massiv in den Küstenhochwasserschutz investiert hat und aktuell in ihrem Bauprogramm Hochwasserschutz die Maßnahmen für die nächsten 20 Jahre plant und umsetzt.

Anpassung an den Klimawandel

Aber der Elbe-Boulevard ist noch viel mehr: Denn er wurde auch mit Blick auf die Veränderungen des Klimas geplant und realisiert. Vor dem Hintergrund eines steigenden Meeresspiegels und höheren Sturmfluten gewinnt der Hochwasserschutz nochmals an Bedeutung, um die Stadt auch in Zukunft vor Sturmfluten und dem Wasser der Elbe zu schützen. Und so ist die neue Promenade auch ein wesentlicher Bestandteil der Anpassung an den Klimawandel.

Verbinden statt trennen

Mit dem neuen Bauwerk ist es der Architektin Zaha Hadid gelungen, eine wunderbare städtebauliche Verbindung zwischen Elbe und Stadt zu schaffen: Die großzügigen Treppenanlagen laden zum Hochsteigen, Ausruhen und Fotografieren ein. Gleichzeitig aber geben die Treppenstufen dem Wasser bei Hochwasser oder einer Sturmflut Raum und halten es vor der Stadt zurück. Und so trennt die Hochwasserschutzanlage nicht – sondern verbindet Speicherstadt, Elbe, Portugiesenviertel und Stadt miteinander. Cafés, Restaurant und eine neue Tiefgarage unterhalb der Promenade runden das Ganze perfekt ab.