Klimafreundlich feiern

Ein Festival ganz ohne Stromanschluss? Geht nicht? Geht doch! Am 25. Mai trat das Futur 2 Festival zum zweiten Mal den Beweis an, dass Musik, Kultur, Feiern und Klimaschutz zusammenpassen. Auch die zweite Auflage des Festivals war ein voller Erfolg: Rund 4.000 Besucherinnen und Besucher feierten trotz kühler Temperaturen ganz im Sinne der Nachhaltigkeit.

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FUTUR 2 FESTIVAL: Musik dank Sonne und Muskelkraft

Es durfte gestrampelt werden!

Eine 22kW-Solaranlage und Batteriespeicher versorgten eine von zwei Bühnen, die Tontechnik, die Gastronomie sowie das komplette Gelände mit Strom. Eine zweite Bühne wurde über Fahrradgeneratoren per Pedalkraft der Gäste betrieben. Doch das Festival setzte nicht nur beim Strom auf Nachhaltigkeit: Komposttoiletten, bewachte Fahrradstellplätze statt Autoparkplätze, E-Shuttleservice, Mehrweggeschirr und klimafreundliche Logistik gehörten zum Konzept. Beim Thema Müll setzte das Futur 2 Festival erneut ein sichtbares Zeichen gegen die sonst von Festival bekannten Müllberge: Nur 104 kg Müll musste die Stadtreinigung am Tag danach abtransportieren – das sind 26 Gramm Müll pro Kopf. Eine eine umfassende Analyse des CO2-Fußabdrucks des Festivals wird nun im Nachgang des Festivals erstellt.

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Musik war im Elbpark Entenwerder aber nicht das Einzige, was den Besucherinnen und Besuchern in Sachen Nachhaltigkeit geboten wurde. Die Ausstellung „Alle alles anpacken“ von zelt17 bot Interessierten Impulse für nachhaltiges Handeln und bot praxis-orientierte Workshops zum Thema Müllvermeidung und Alternativlösungen für den Alltag an. Wer wollte, konnte sein eigenes Bienenwachstuch herstellen und mit neuen Anregungen den eigenen Alltag in Sachen Zukunftsfähigkeit unter die Lupe nehmen.

Am Nachmittag lud Green Events Hamburg zur ersten Futur 2 Festival Konferenz ein. Das Motto: „Nachhaltige Festivals – zwischen Utopie und Pragmatismus“. Denn immer mehr Veranstalter machen sich Gedanken über die große negative Wirkung von Open Air-Veranstaltungen auf das Klima und die natürlichen Ressourcen. Auf der Konferenz berichteten Vorreiter aus der Veranstaltungsbranche über ihre Erfahrungen, innovative Ansätze und Möglichkeiten für mehr Nachhaltigkeit auf Veranstaltungen. Diskutiert wurde u.a. über neue Energiekonzepte, das Thema Abfall und neue Mobilitätskonzepte. Führungen über das Gelände zeigten die verschiedenen nachhaltigen Komponenten wie die temporäre Solaranlage direkt vor Ort. So unterstrich das Futur 2 Festival seinen Charakter als Pilotveranstaltung für nachhaltig organisierte Events.

Nachahmer gesucht

„Mit diesem Festival haben wir erneut bewiesen: Eine nachhaltige und energieautarke Großveranstaltung ist möglich“, so Umweltsenator Jens Kerstan. „Das ist Energiewende im Kleinen, aktiver Klimaschutz und ein gutes Beispiel, das hoffentlich viele zum Nachahmen anspornt.“

Party, Spaß und Nachhaltigkeit

Auch Björn Hansen, Initiator des Festivals (Morgenwelt GmbH) freut sich über die gelungene zweite Auflage des Festivals: „Das Futur 2 Festival war wieder eine großartige Party. Auch wenn das Wetter in diesem Jahr nicht so recht mitspielen wollte, haben sich unsere Besucherinnen und Besucher nicht davon abhalten lassen, wild zu feiern, zu tanzen und für die Stromerzeugung Fahrrad zu fahren. Besonders schön zu sehen war, dass das in diesem Jahr hinzugekommene Rahmenprogramm mit Workshops, Ausstellung und Konferenz so viel Anklang gefunden hat. Das zeigt umso mehr, wie viel Spaß Nachhaltigkeit machen kann und wir freuen uns sehr, dass das so gut ankommt.“

Neuland