Ausflug mit Ausblick

Der Energieberg Georgswerder hat es doppelt in sich: Unter der Erde liegen gut gesichert sieben Millionen Kubikmeter Müll – über der Erde wird regenerative Energie gewonnen. Geschichte und Ausflugsziel in einem.

Energieberg Georgswerder

Wo früher Müll abgeladen wurde, ist im Rahmen  der Internationalen Bauausstellung IBA Hamburg eine neue Attraktion entstanden: Der Energieberg Georgswerder. 2011 wurden erste Führungen auf den Energieberg angeboten, mittlerweile befinden sich dort eine öffentliche Informationslandschaft und ein Aussichtspunkt.

Vom Trümmerberg…

Die Geschichte des Energiebergs beginnt nach dem Krieg: Während auf dem Gelände zunächst Trümmer und Hausmüll aufgetürmt wurden, kamen einige Zeit später giftige Industrieabfälle hinzu. 1979 wurde der Deponiebetrieb offiziell eingestellt. Schon ein paar Jahre später stellte sich heraus, dass am Fuß des künstlichen Hügels hochgiftiges Dioxin austrat. Der Deponiehügel wurde daraufhin aufwändig gesichert. Wie ein riesiger Regenschirm verhindert eine 2 bis 3 Meter mächtige Abdeckung, dass Regenwasser in den Deponiekörper gelangt und Schadstoffe ausspült. Gase und Flüssigkeiten, die aus dem Berg austreten, werden aufgefangen und gereinigt.  

…zum Energieberg

Schnell erkannte man das Potenzial des Bergs für Windenergie. Schon 1992 wurde die erste von vier Windkraftanlagen errichtet, seit 2011 ersetzt eine größere Anlage drei kleinere. Der Südhang bot sich für Solarenergie an, so dass dort eine große Photovoltaik-Anlage errichtet wurde. Mit der gewonnenen Energie können 4.000 Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgt werden – das sind knapp 20 Prozent aller Privathaushalte der Insel Wilhelmsburg. Das Deponiegas, das im Innern des Hügels entsteht, wird von einem benachbarten Industriebetrieb genutzt.

Viel zu entdecken

Noch bis zum 31. Oktober kannst du auf dem Energieberg einiges erleben: Du kannst auf der Bergkuppe über den Horizontweg schlendern, den Blick auf die Stadt und das Umland genießen. Im Informationszentrum erfährst du alles über die Geschichte des Ortes, erneuerbare Energien und das Projekt des Energiebergs. Nach einer Winterpause geht es dann im nächsten April wieder weiter.