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Das ist bundesweit einmalig: Ein Stadion als Wasserspeicher. Das Hein-Klink-Stadion in Hamburg-Billstedt wird künftig dazu beitragen, den Stadtteil vor Überflutungen nach Starkregen zu schützen. Dazu werden dort zurzeit unterhalb der Anlagen sogenannte Rigolen eingebaut. Das sind unterirdische Speicher- und Versickerungsanlagen, die im Falle eines heftigen Platzregens Regenwasser aufnehmen und so Überschwemmungen vermeiden.

Regenwasserspeicher unter dem Hein-Klink-Stadion in Hamburg-Billstedt.

Schäden durch Starkregen

Bisher kommt es im Bereich Möllner Landstraße in Billstedt zwischen den Eingängen der U-Bahnstation „Merkenstraße“ bei sehr heftigen Regenfällen häufig zu Überflutungen. Der Grund: Das Regensiel kann die riesigen Mengen Niederschlagswasser nicht abführen. Es kam und kommt immer wieder zu Feuerwehreinsätzen. Derartige Starkregen können zu Schäden an und in den Gebäuden führen. Ein Ausbau der Siele kam nicht in Betracht, da nicht mehr Wasser in den Schleemer Bach eingeleitet werden darf.

Innovative Speicheranlage

Künftig soll die neue Anlage unter dem Stadion Abhilfe schaffen: Mehr als 500.000 Liter Wasser können dort in Zukunft in den unterirdischen Rigolen gespeichert werden. Erwartet wird, dass die Speicher- und Versickerungsanlagen bei starken Regenfällen etwa zwei Mal im Jahr benötigt werden, die Speicher aber nicht vollständig gefüllt sein werden. Erst ab einem sehr intensiven Starkregen, bei dem mindestens 24 Liter pro Stunde und Quadratmeter niedergehen, laufen die unterirdischen Speicher voll. Das überschüssige Wasser wird dann über einen Überlauf an die Oberfläche der Sportanlage abgegeben und staut dort im Bereich der Laufbahn und den Leichtathletikflächen auf.

Multifunktionale Räume

Als multifunktionale Räume bezeichnen Fachleute solche Projekte, bei denen ein Ort mehrere Funktionen erfüllt. Ingo Hannemann, technischer Geschäftsführer bei HAMBURG WASSER, sieht in diesem Bereich große Potentiale: „Wachsende Städte und wassersensible Stadtentwicklung müssen nicht im Widerspruch zu einander stehen. Das zeigt diese Anlage auf beeindruckende Weise. Um die Stadt angesichts zunehmender Bebauung vor Überflutungen nach Starkregen zu schützen, sind multifunktionale Räume wie das Hein-Klink-Stadion von enormer Bedeutung.“

Bundesweit einmalig

Die Anlage ist bundesweit einmalig und Ergebnis einer Kooperation zwischen der Behörde für Umwelt und Energie, dem Bezirksamt Hamburg-Mitte und HAMBURG WASSER. Sie wurde im Rahmen von RISA (RegenInfraStrukturAnpassung) entwickelt und im Zuge des vom Bezirk Hamburg-Mitte initiierten Modernisierungsprogramms für Sportanlagen umgesetzt.