Nachhaltig feiern auf dem Futur 2 Festival

Am 27. August 2022 fand nach langer Corona-Pause endlich wieder das Futur 2 Festival statt. Das wurde gebührend gefeiert. Bei schönstem Sommerwetter konnten die Besucher:innen zu guter Musik ausgelassen tanzen, sich das leckere Catering schmecken lassen und auf der #moinzukunft-Meile jede Menge über Klimaschutz im Alltag lernen.  

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Futur 2 Festival: das klimafreundliche Festival in Hamburg

Es gab auch einige Neuerungen, die das Festival noch nachhaltiger machen. Das waren die Highlights von Hamburgs nachhaltigstem Festival.   

So feiert man ein klimafreundliches Festival 

Unter freiem Himmel tanzen und feiern – das gibt es bei vielen Festivals in und um Hamburg. Was aber bei vielen dieser Events ein Problem ist, ist der horrende Stromverbrauch, die Berge von Müll und der CO2-Ausstoß der Autos, die zu Anreise verwendet werden. Das Futur 2 Festival macht das alle anders. Musik, Essen, Tanzen gibt es hier auch, aber keinen herkömmlichen Strom aus der Steckdose, dafür alternative Energiequellen, ressourcenschonende Gastronomie mit Mehrweg-Geschirr und Zero-Waste-Konzept. Das energieautarke Festival soll als Pilotprojekt aufzeigen, wie Klimaschutzkonzepte auch auf andere Festivals angewandt werden können.  

Wasserstoff-Antrieb für Bühnentechnik und Lärmschutz dank Kopfhörer 

Zum ersten Mal wurden die zwei Bühnen beim Futur 2 Festival nicht nur mit Solarenergie und der Pedalkraft der Zuschauer:innen betrieben. 2022 kam die Energie hauptsächlich aus grünem Wasserstoff, der aus Windenergie in Nordfriesland gewonnen wird. Die verwendete Brennstoffzelle kann bis zu 5 kWh erzeugen – und damit die komplette Grundlast des Festivals decken. Die Künstler:innen Grace Cummings, Magupi, Queenwho, Sofia Portanet, BĘÃTFÓØT Thala, I see Rivers, Dear Anna, Kat Frankie, Laetizia und das DJ-Set Mis-Shapes lieferten beste Musik bis in die späte Nacht. Nach 22 Uhr wurde auf Kopfhörer umgestellt, um lärmtechnisch Rücksicht auf die Anwohner:innen zu nehmen. 

Erstmals mit Bio-Bier und fleischfreiem Catering 

Zum ersten Mal wurde ein Catering komplett ohne Fleisch angeboten – und gezeigt, dass man auch köstliches veganes und vegetarisches Festival-Food genießen kann. Dazu wurde in Kooperation mit der Wilhelmsburger Kehrwieder-Brauerei ein eigenes Festival-Bier produziert, das natürlich Bio-zertifiziert ist.  

Lernen und mitmachen auf der #moinzukunft-Meile 

Die Mission von #moinzukunft: „mehr Klimaschutz im Alltag“ war auf dem Futur 2 Festival auf der #moinzukunft-Meile vertreten. Hier konnten Festivalgäste Waschmittel selbst herstellen, Bienenwachstücher bedrucken und Initiativen wie die Fair-Trade-Stadt Hamburg, nachhaltiges PKW-Upcycling, Wurmkisten, und vieles mehr kennenlernen. Außerdem wurde die neue Handreichung (quasi ein Leitfaden) für nachhaltige Veranstaltungen durch Green Events vorgestellt. 

Umfassendes Energie-Tracking und Müllvermeidung 

Um sicherzustellen, dass der Energieverbrauch minimal gehalten wird und der gewonnene Strom ausreicht, wird beim Festival ein umfassendes Energie-Tracking betrieben. So wird nebenbei auch noch aufgedeckt, wo man noch Energie sparen kann. Für die Transparenz erstellt das Festivalteam eine Analyse des  CO2-Fußabdrucks, in den alle verbrauchten Ressourcen, aber auch die konsumierten Speisen und Getränke (Bio und vegetarisch/vegan), und der produzierte Abfall hineinfließen. Ziel ist, es, die Müllbilanz noch weiter auf dem Weg zur „Zero-Waste-Vision“ zu verbessern. 

Rückblick 2019: Nur 26 Gramm Müll pro Besucher und ein volles Programm 

Das letzte Futur 2 Festival 2019 konnte in puncto Müllvermeidung auf ganzer Linie glänzen. Nur ca. 104 kg Müll (das entspricht ungefähr einer Mülltonne) musste die Stadtreinigung am Tag danach abtransportieren – das sind 26 Gramm Müll pro Kopf. Auch sonst wurde auf Nachhaltigkeit gesetzt, Komposttoiletten, bewachte Fahrradstellplätze statt Autoparkplätze, E-Shuttleservice, Mehrweg-Geschirr und klimafreundliche Logistik gehörten zum Konzept. 

Neben der Musik gab es zusätzlich ein interaktives Angebot zum Thema Nachhaltigkeit mit der Ausstellung „Alle alles anpacken“ von zelt17 und der Futur 2 Festival-Konferenz von Green Events. Die Ausstellung gab Interessierten Impulse für nachhaltiges Handeln und bot praxis-orientierte Workshops zum Thema Müllvermeidung und Alternativlösungen für den Alltag an. Die Konferenz lief unter dem Motto „Nachhaltige Festivals – zwischen Utopie und Pragmatismus“ und beschäftigte sich mit innovativen Ansätzen, die Festival-Landschaft umweltfreundlicher zu gestalten. 

Weiterführende Infos:
Futur 2 Festival Website
Netzwerk Green Events Hamburg