„Irgendwann ist es Routine!“

Für Carola Tange hat Klimaschutz viele Facetten: Ob beim Einkauf, im Badezimmer oder ihrem Kater.

Hamburgs Klimaretter

Klimaschutz ist nicht immer einfach – das hat Carola Tange schon häufiger am eigenen Leib erfahren. Das Motto der Hamburgerin, die bei der Aktion „Klimaretter“ dabei war, ist deshalb: Erstmal anfangen und ausprobieren. „Irgendwann wird es dann Routine!“, sagt die Mutter einer mittlerweile erwachsenen Tochter lachend. Verpackungen und Plastik zu vermeiden ist ihr ganz besonders wichtig. Ganz in ihrer Nähe gibt es einen Unverpackt-Laden, in dem sie gerne einkauft: So viele regionale Produkte, wie sie findet, und wenn möglich auch Bio. Ihre Milch holt Carola Tange vom Milchhof, und wenn sie sich Fleisch gönnt, fährt sie zu einem Schlachter in der Region: „Mit meinem Elektromoped!“ Das hat die Klimaretterin sich vor drei Jahren gekauft, nachdem sie ihr Auto abgeschafft hat. Weitere Strecken legt sie mit dem Zug zurück.

Veränderungen …

Auch im Haushalt versucht Frau Tange möglichst ohne Plastik auszukommen. Aber es hat gedauert, bis sie für sich das Richtige gefunden hatte: „Beim Deo habe ich bestimmt zehn ausprobiert, bevor ich das Passende hatte.“ Ihr Waschmittel macht sie seit einiger Zeit selber – aber auch da hieß es ausprobieren. Irgendwann hat sie dann ihren Weg gefunden.

… brauchen Zeit

Schwierig ist immer der Anfang. So war es auch beim Thema Konsum. Carola Tange wollte weg von ‚Ich will das haben‘ hin zu ‚Was brauche ich wirklich?‘. Die Gewohnheit abzulegen, einfach loszugehen und etwas Neues zu kaufen, ist für sie ein Prozess: „Das ist richtig Arbeit, das nicht mehr zu tun!“ Jetzt versucht sie, zunächst vorhandene Dinge zu verwenden, bevor sie neue Sachen kauft. Bei Klamotten beispielsweise näht sie lieber selber und macht aus zwei oder drei alten Teilen ein Neues. Die letzten Wochen hat Carola Tange genutzt, um aufzuräumen und auszumisten. Für Dinge, die jemand nicht mehr benötigt, gibt es in ihrem Haus eine schöne Tradition: Sie werden in den Hausflur gestellt und jeder nimmt sich, was er braucht. Außerdem steht in der Nähe ein Tauschhäuschen. „Da bringe ich viel hin, damit es weiter genutzt wird.“

Dranbleiben ist das Motto

Bei ihrem neusten Projekt geht es um ihren Kater – besser gesagt, um sein Fertigfutter. „Ich finde die Verpackung vom Nassfutter so schlimm, da habe ich beschlossen, das selber zu machen.“ Nun hat sie die Zeit während Corona genutzt und sich schlau gemacht. Ist mit der eigenen Dose zum Schlachter gefahren, hat gekocht, eingefroren. Das Ergebnis nimmt die Hamburgerin mit Humor: „Er frisst das Futter nicht. Mal sehen, wie lange ich das aushalte!“ Denn die großen Mengen an Müll, die durch das gekaufte Futter anfallen, würde sie gerne vermeiden. Aber sie bleibt dran.

‚Klimaretter gesucht‘

Für die Aktion ‚Klimaretter gesucht‘ haben die Umweltbehörde und das Hamburger Abendblatt alle Hamburgerinnen und Hamburger aufgerufen, sich zu beteiligen. Wer zuhause in drei Monaten von Februar bis Mai kräftig CO2 einspart, wird Hamburgs Klimaretter und bekommt Preise, die man nicht kaufen kann.