So geht klimafreundliche Ernährung in Hamburg

Dein Lebensmitteleinkauf und deine Ernährung haben einen großen Einfluss auf deinen CO2-Fußabdruck. Wenn du auch beim Essen das Klima schonen möchtest, kannst du mit vielen Entscheidungen Gutes tun. Wir haben Tipps, wie du deine Ernährung klimafreundlicher und dazu gesund und lecker gestaltest.

Klimafreundliche Ernährung und Einkaufen in Hamburg

Unser Essen hat einen viel längeren Weg als den vom Kühlschrank auf den Teller. Er umfasst den Anbau, die Produktion und Verpackung der Lebensmittel, Lagerung und Transport, bis hin zum Einkauf und dem Weg nach Hause, bis die Reste im Müll enden. Vieles auf diesem Weg ist unsichtbar, doch du kannst durch deine Entscheidungen beeinflussen, was auf deinem Teller landet.

Wie kaufe ich klimafreundliche Lebensmittel ein?

Schon beim Einkaufen triffst du zahlreiche Entscheidungen, die sich auch auf das Klima auswirken. Kaufst du auf dem Wochenmarkt ein oder im Supermarkt? Kaufst du regionale und saisonale Produkte oder einfach worauf du Lust hast? Saisonale Lebensmittel aus der Region haben nämlich einen unschlagbaren Vorteil: sie sind frisch und vitaminreich und haben einen kurzen Transportweg. Das spart CO2 und schützt so direkt die Umwelt. Allerdings ist der Begriff „Region“ oder „regional“ nicht gesetzlich geschützt. Wer sicher gehen möchte, dass er tatsächlich Produkte aus seiner näheren Umgebung kauft, sollte im Laden oder auf dem Wochenmarkt nachfragen. Wochenmärkte gibt es in Hamburg in fast jedem Stadtteil – die Auswahl ist also riesig. Alternativ kannst du dir eine Bio-Kiste bestellen, die bequem zu dir nach Hause geliefert wird oder dich an einem Projekt zur solidarischen Landwirtschaft wie der SoLaWi Vierlande oder dem Kattendorfer Hof beteiligen.

Sind Bio-Lebensmittel klimafreundlicher?

Die Landwirtschaft trägt mit erheblichen Emissionen zum Klimawandel bei. Daher ist es wichtig, beim Kauf landwirtschaftlicher Produkte darauf zu achten, dass sie besonders klimafreundlich hergestellt wurden. Produkt aus biologischer Landwirtschaft haben tendenziell eine bessere Umweltbilanz: Beispielsweise fällt die Produktion von synthetischen Düngemitteln, die sehr energieaufwändig ist, weg. Natürlich fällt die Bilanz nur positiv aus, wenn die Bio-Lebensmittel nicht erst über lange Transportwege zu dir gelangen: regional ist immer besser. Unter den Bio-Siegeln gibt es einige Unterschiede:  Das Bio-Label der EU folgt den Mindeststandards, die die europäische Union für biologischen Anbau festgelegt hat. Das Demeter- oder Bioland-Siegel sind noch strenger und gehen mit ihren Forderungen zum Teil deutlich über die Standards der EU hinaus.

Gemüse ist klimafreundlicher als Fleisch

Saisonale und regionale Produkte sind ein wichtiger Beitrag für eine bewusste Ernährung. Du kannst aber noch einen Schritt weiter gehen und dich zumindest in „Teilzeit“ vegetarisch oder vegan ernähren. Denn die Fleischindustrie ist innerhalb der Landwirtschaft einer der größten CO2-Produzenten. Zum Vergleich: Die Produktion von einem Kilo Rindfleisch verursacht im Durchschnitt etwa 14 Kilogramm Kohlendioxid. Um ein Kilo Gemüse zu erzeugen, zum Beispiel Bohnen, werden nur 150 Gramm des Treibhausgases freigesetzt. Auch Obst schneidet mit weniger als 500 Gramm CO2 je geerntetem Kilo wesentlich besser ab.

Müllvermeidung: Weniger Lebensmittel wegschmeißen

Lebensmittelverschwendung ist ein großes Problem in Deutschland: Jedes Jahr landen 18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Das ist nicht nur teuer und traurig, sondern schadet dem Klima. Denn für den Anbau und die Ernte, den Transport oder die Kühlung wurde Energie verbraucht. Um selbst gegen Lebensmittelverschwendung anzugehen, hast du viele Möglichkeiten: Über Foodsharing-Gruppen in Hamburg kannst du Lebensmittel mit anderen teilen, zum Beispiel über Lebensmittel-Tausch-Schränke, die „Fairteiler“. Apps wie „Too Good to Go“ ermöglichen es dir, am Ende des Tages in Geschäften Lebensmittel für wenig Geld abzuholen. Diese wären sonst weggeworfen worden, obwohl sie noch absolut essbar sind. Generell gilt auch hier: Kaufe nur Lebensmittel ein, die du auch essen wirst und wirf nicht alles weg, nur weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist – das ist nämlich nicht das Gleiche wie ein Verbrauchsdatum.