So funktioniert nachhaltiger Konsum

Was ist nachhaltiger Konsum? Weniger neu kaufen und mehr reparieren, leihen oder tauschen. Mit diesen Tipps schaffst du es, in vielen Bereichen von Mode bis Elektronik klimafreundlichere Entscheidungen zu treffen.

So funktioniert nachhaltiger Konsum

Wir besitzen mehr Dinge als wir wirklich brauchen

10.000 Dinge besitzt ein durchschnittlicher Haushalt in Europa – das hat das statistische Bundesamt 2014 erhoben. Vor 100 Jahren waren es noch 180 Dinge. Dieser rasante Anstieg wird durch unseren immer ausufernderen Konsum befeuert. Das belastet Klima und Umwelt ungemein: Herstellung, Transport und Entsorgung von Produkten verursachen einen hohen Anteil an Treibhausgasemissionen. Die Müllkippen füllen sich mit kaum getragenen Klamotten, wenige Jahre alter Elektronik oder Alltagsgegenständen mit kleinen Macken. 
Der erste Schritt zu einem nachhaltigeren Konsum ist immer die Überlegung: Brauche ich ein Produkt wirklich und falls ja, muss es unbedingt neu sein? 

Die nachhaltige Konsumpyramide

Wenn du deinen Konsum nachhaltiger gestalten willst, bietet dir die nachhaltige Konsumpyramide einen übersichtlichen Wegweiser. Hier siehst du die Alternativen zum ständigen „neu kaufen“ nach Wichtigkeit sortiert. Die Basis bilden all die Dinge, die du schon besitzt. Das bedeutet zum Beispiel, dass du Kleidung, die du schon gekauft hast, möglichst lange trägst und sie reparierst, falls sie beschädigt wird. Gib deinen Lieblingsschuhen noch ein Second Life, indem du sie gut pflegst und zum Schuster bringst, wenn sich die Sohle löst. Du kannst Dinge auch selbst herstellen, sie leihen oder eintauschen. Wenn du doch mal etwas Neues brauchst, versuch es doch erstmal mit Second Hand. Beim Neukauf solltest du dich für ein möglichst langlebiges und nachhaltig hergestelltes Produkt aus verantwortungsvollen Quellen entscheiden. 

Selbst reparieren oder reparieren lassen

Manchmal schmeißen wir ein Paar Socken weg, obwohl sie nur ein kleines Loch haben oder kaufen uns ein neues Handy, nur weil das Glas gesprungen ist. Der Mantel wird aussortiert weil der Reißverschluss den Dienst versagt. Fakt ist: Viele Alltagsgegenstände reparieren wir gar nicht mehr, gerade wenn sie nicht besonders teuer waren. Dagegen gibt es Abhilfe. In Repair Cafés in Hamburg bekommst du Unterstützung dabei, Dinge zu reparieren und lernst, wie du es in Zukunft selbst hinbekommst. Vielleicht beherrscht jemand in deiner Familie noch die Kunst des Sockenstopfens – oder du schaffst mit Upcycling aus alten Dingen neue Lieblinge. Und die Änderungsschneiderei um die Ecke macht den Mantel wieder fit für eine weitere Runde.

Leihen und tauschen schont Portemonnaie und Umwelt 

Du brauchst die Heckenschere nur einmal im Jahr? Den Dachgepäckträger nur für zwei Wochen im Sommer? Oder du hast einfach nicht den Platz, um all diese Dinge zu verstauen? Dann ist leihen vielleicht besser als kaufen. Die Sharing Economy in Hamburg und diverse Online-Plattformen machen es möglich. Leihen spart Platz und Geld, verringert den Rohstoffbedarf und führt dazu, dass die Gegenstände tatsächlich benutzt werden und nicht das halbe Jahr im Keller verstauben.

Du hast ausgemistet? Dann bring deine Sachen doch in einen Tauschladen. Hier kannst du sie gegen Credits eintauschen und dafür vom Ballkleid bis zum Salatbesteck gut erhaltene Gegenstände wieder mitnehmen.

Einkaufen? Am besten Second Hand!

Wenn doch mal was Neues her muss, kannst du vieles garantiert auch gebraucht kaufen. Und schonst so die Umwelt und deinen Geldbeutel gleichermaßen. Auf Flohmärkten, in Second-Hand-Läden oder im Gebraucht-Möbelhaus Stilbruch wirst du in Hamburg sicher fündig. Das Stöbern nach Schätzen macht auch noch riesigen Spaß und du findest häufig was Einzigartiges, das nicht jeder zu Hause hat.

Wenn neu, dann fair und nachhaltig

Manchmal führt kein Weg an einer Neuanschaffung vorbei. Dann solltest du unbedingt darauf achten, dass das Produkt hochwertig ist und unter fairen Bedingungen nachhaltig hergestellt wurde. Besonders bei Mode sind die Arbeitsbedingungen oftmals menschenunwürdig und die Umweltbelastungen fatal. Faire Produkte garantieren faire Löhne und umweltschonende Produktionsverfahren aus großteils nachwachsenden Rohstoffen.

In Hamburg kannst du in vielen fairen Shops neben Kleidung  auch Möbel, Accessoires, Kosmetik und Produkte für Kinder kaufen. Nachhaltige Produkte sind zwar häufig teurer als konventionelle Produkte, aber dafür investierst du in gute Qualität, von der du lange etwas hast. Und in faire Bedingungen für Mensch und Natur – und das ist schließlich unbezahlbar.

Weiterführende Infos und Tipps:
Der Einfluss von Konsum auf die Umwelt
Repair Cafés in Hamburg
Die Sharing Economy in Hamburg
Online-Sharing-Plattformen
Tauschläden
Flohmärkte in Hamburg
Second-Hand-Läden in Hamburg
Fairtrade-Shops in Hamburg
Klimafreundlich online shoppen