So kannst du Plastik im Alltag vermeiden

Plastik ist überall: Von der Lebensmittelverpackung bis hin zur Wasserflasche. Das muss aber nicht sein. Wir haben tolle Tipps für dich, wie du ganz einfach im Alltag weniger Plastik verwendest.

Plastik im Alltag vermeiden

Wir haben ein echtes Plastikproblem. Jedes Jahr fallen in Deutschland rund 39 Kilo Plastikmüll pro Kopf an. Damit liegen wir sogar noch über dem EU-Schnitt von rund 33 Kilogramm. 29 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle sind es insgesamt pro Jahr in Europa. Den größten Anteil davon machen Verkaufsverpackungen aus. Zeit, etwas daran zu ändern! In Deutschland gibt es seit 2022 ein Verbot für leichte Plastiktüten (auch „Hemdchenbeutel“ genannt) und Pfand auf alle Einwegflaschen, um Plastikmüll zu vermeiden. Viele andere Einwegplastikprodukte sind schon länger aus Umweltschutzgründen verboten.

Du selbst kannst ebenfalls einen Beitrag leisten, im Alltag an vielen Stellen Plastik vermeiden und so deine persönliche Müllmenge reduzieren.

Erste Schritte: Einfache Alternativen zu Plastik

Oft ist der Wechsel denkbar einfach: Wenn du Bienenwachspapier (einfach selbst gemacht) statt Frischhaltefolie oder Alufolie verwendest und beim Einkaufen auf Einkaufsnetze oder Jutebeutel statt Plastiktüten setzt, hast du schon gleich zwei häufig verwendete Einweg-Plastikprodukte aus deinem Alltag verbannt. Noch besser kaufst du direkt im Unverpacktladen ein, wo schon im Geschäft auf Verpackungen verzichtet wird.

Leitungswasser statt Mineralwasser in Plastikflaschen

Plastikflaschen braucht wirklich keiner. Vor allem nicht in Hamburg, wo unser Leitungswasser eine ausgezeichnete Qualität hat und auch wirklich lecker schmeckt. Trotzdem werden in Deutschland aktuell noch Millionen von Plastik-Einwegflaschen pro Tag verbraucht. Mit Flaschen aus Metall oder Glas kannst du unterwegs deinen Durst stillen – und das Wasser auch an vielen Orten in Hamburg gratis nachfüllen.

Achte auf Mehrweg statt Einweg

Einwegplastik hat zurecht einen schlechten Ruf – es kann schwer recycelt werden und landet nach einer einzigen Benutzung meistens direkt auf der Müllkippe. Beispiel Einwegbecher: 2,8 Milliarden werden pro Jahr in Deutschland weggeworfen. Das sind rund 320.000 pro Stunde. Daher solltest du dich immer für die Mehrwegalternative entscheiden. Das kann zum Beispiel der KEHR.WIEDER Mehrweg-Kaffeebecher sein, indem du in Hamburg Coffee to go bekommst. In vielen Restaurants wird auch Essen in Mehrwegbehältern angeboten – zum Beispiel von den Anbietern Rebowl, Vytal oder GoRelevo. Viele Restaurants füllen dir das Essen auch in deine eigene Dose – fragen lohnt sich. Joghurt und Co. gibt es auch in Mehrweg-Gläsern und Getränke häufig auch in Glasflaschen.

Bei Putzmitteln und Kosmetik kann man viel Plastik sparen

Daran denken viele nicht: Unsere Kosmetika und Putzmittel sind fast ausschließlich in Plastik verpackt. Aber auch da gibt es Alternativen. Feste Seife in der Pappschachtel statt Seifenlotion oder Duschgel in ständig neuen Einwegbehältern ist zum Beispiel eine tolle Option, Plastikmüll zu sparen. Im Zweifelsfall kannst du eine Nachfüllverpackung kaufen und umfüllen. Die ist zwar auch aus Plastik, hat aber einen deutlich geringeren Materialverbrauch.  Ein wichtiger Tipp: Achte auch darauf, dass deine Kosmetik mikroplastikfrei ist – viele (Naturkosmetik-)Marken geben dies auf der Packung an.

Auch beim Putzmittel kannst du dich für Konzentrate entscheiden, die nicht in Plastik verpackt sind oder Nachfüllbehältnisse kaufen. Oft gibt es dabei auch selbstgemachte Alternativen, sodass du nicht nur Plastik, sondern auch Geld sparst.

Fordere Hersteller auf, Plastik zu reduzieren mit der App „Replace Plastic“

Deinen Lieblingsbrotaufstrich gibt es nur mit Plastikdeckel? Dann bitte den Hersteller doch, das zu ändern. Mit Hilfe der App „Replace Plastik“ kannst du Unternehmen auffordern, Plastik bei ihren Produkten zu reduzieren. Mit der kostenlosen App des gemeinnützigen Vereins „Küste gegen Plastik“ kannst du Produkte scannen und den Herstellern deine Wünsche für plastikfreie Verpackungen mitteilen. Außerdem kannst du plastikfreie oder -ärmere Alternativen finden. Als Verbraucherin oder Verbraucher hast du immer die Wahl, aber auch eine Stimme, der du Gehör verschaffen kannst.

Weiterführende Infos und Tipps:
Statistiken zum Plastikmüll in Deutschland
Einwegplastikverbot und Alternativen
Bienenwachspapier selber machen
Umweltfreundliche Putzmittel
Wie du Mikroplastik in Kosmetik vermeidest
Mehr zum Verein „Küste gegen Plastik“