Was ist eigentlich die UN­-Klimakonferenz?

Auf der Klimakonferenz der Vereinten Nationen verhandeln über 190 Länder über Klimapolitik. Die letzte Klimakonferenz fand 2021 in Glasgow statt. Wir erklären, worüber dabei verhandelt wurde und wieso diese Veranstaltung so wichtig ist.

Was ist eigentlich die UN-Klimakonferenz?

Vom 31. Oktober bis 12. November 2021 fand die 26. UN-Klimakonferenz im schottischen Glasgow statt – die sogenannte COP, „Conference of the Parties“ oder auch Vertragsstaatenkonferenz genannt. An der COP26 nahmen Menschen aus rund 190 Ländern teil, darunter Politiker, Repräsentanten von Nichtregierungsorganisationen sowie Repräsentanten aus wissenschaftlichen Kreisen und der Wirtschaft.

Welche Ziele verfolgt die UN-Klimakonferenz?

Die jährlich stattfindende Klimakonferenz ist das oberste Entscheidungsgremium der Klimarahmenkonvention UNFCCC

(United Nations Framework Convention on Climate Change). In diesem internationalen Abkommen haben sich mittlerweile 196 Teilnehmerländer und die EU zur Reduktion ihres Ausstoßes an Treibhausgasen verpflichtet.

Bei der Klimakonferenz in Paris (Frankreich) im Dezember 2015 einigten sich die Mitgliedsstaaten darauf, die Erderwärmung auf "deutlich unter" zwei Grad Celsius zu begrenzen mit Anstrengungen für eine Beschränkung auf 1,5 °C im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter. Einmal im Jahr kommt die internationale Gemeinschaft zusammen, um darüber zu verhandeln, was die Staatengemeinschaft tun muss um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen.

Mittlerweile haben 143 Vertragsstaaten nationale Klimaziele eingereicht. Diese reichen aber bei weitem nicht aus, um die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen.  Die aktuellen Zusagen aller Vertragsstaaten würden langfristig zu einem Temperaturanstieg von 2,7° führen.

Die wichtigsten Ergebnisse der 26. UN-Klimakonferenz

Alle 197 Staaten haben sich auf der 26. Klimakonferenz auf Beschlüsse für mehr Klimaschutz und mehr Solidarität mit den heute schon am schwersten vom Klimawandel betroffenen Ländern geeinigt. In der gemeinsamen Abschlusserklärung bekennen sich die Staaten auch deutlicher als bislang dazu die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen. Erstmals einigten sich alle Staaten darauf, dass die Kohlenutzung zur Energiegewinnung herunter gefahren werden muss und Subventionen für fossile Energien abgebaut werden sollen.

Zum ersten Mal sind auch konkrete globale Ziele für die Minderung von Treibhausgasen festgehalten worden um das 1,5-Grad-Ziel erreichen zu können: bis 2030 müssen die weltweiten CO2-Emissionen um 45 % im Vergleich zu 2010 und bis zur Jahrhundertmitte auf Null reduziert werden.

Die Europäische Union hat schon im Dezember ihr Klimaziel für 2030 von bislang 40 auf 55 Prozent Treibhausgasreduzierung gegenüber 1990 erhöht und an die Vereinten Nationen gemeldet. Deutschland hat sein Klimaziel von 55 auf 65 Prozent Minderung erhöht, Klimaneutralität bis 2045 festgelegt und beides durch das Klimaschutzgesetz rechtsverbindlich gemacht.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis war auch, dass das sogenannte Regelbuch zur Umsetzung des Pariser Abkommens fertig gestellt werden konnte. Geregelt wurde unter anderem, dass die Vertragsstaaten zukünftig über die Einhaltung ihre Klimaziele und nach einheitlichen Standards berichten. Alle fünf Jahre sollen die Mitgliedsländer prüfen, ob sie ihre Klimaziele erhöhen können.

Der Weltklimarat IPCC liefert Informationen über den Klimawandel

Wichtige Arbeit für die Klimakonferenz leistet der Weltklimarat IPCC, der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen. Er ist das wissenschaftliche Gremium, das den politischen Entscheidungsträgern eine Orientierung bei ihren Beschlüssen gibt. Die Hauptaufgabe des IPCC besteht darin, Informationen über den anthropogenen (menschengemachten) Klimawandel, über die Risiken und Folgen des Klimawandels sowie über Anpassungsmöglichkeiten an den Klimawandel und Vermeidung eines gefährlichen Klimawandels zu liefern. Dabei betreibt der IPCC keine eigene Forschung, sondern trägt die Ergebnisse der aktuellen Literatur, die weltweit zu dem Thema publiziert wird, zusammen und wertet sie aus.

IPCC-Berichte zeigen den neuesten Stand der Klimaforschung

Die neuesten Ergebnisse der Klimaforschung werden in sogenannten Sachstandsberichten veröffentlicht, die auch der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Seit seiner Gründung im Jahr 1988 hat der Weltklimarat fünf Sachstandsberichte und einige Sonderberichte veröffentlicht. Der letzte Sonderbericht wurde 2018 veröffentlicht und untersucht, welche Folgen die Erwärmung der Erde um 1,5 Grad Celsius hätte.

Weiterführende Infos:
Darum ging es in der Klimakonferenz in Glasgow
Das ist die Klimarahmenkonvention UNFCCC
Die Beschlüsse der 26. Weltklimakonferenz
Das sind die EU-Klimaziele für 2030
Das sind Deutschlands Klimaziele
Das deutsche Klimaschutzgesetz
Hamburgs Klimaziele für 2050