Der Klimawandel ist in Hamburg angekommen

Auch in Hamburg macht der Klimawandel sich längst bemerkbar, das zeigen die Ergebnisse im ersten Hamburger Klimareport eindeutig. Die Durchschnittstemperatur ist seit Beginn der Aufzeichnungen um 1,7 Grad gestiegen, es gibt zudem mehr Sommer- und Hitzetage. Zugleich gibt es immer weniger Frost- und Eistage. In der Folge blühen die Forsythien und die Äpfel ca. zwei Wochen früher als vorher.

Der langfristige Trend geht dahin, dass mehr Niederschläge im Winter zu erwarten sind, während die Sommermonate trockener werden. Auch muss sich Hamburg auf häufigere und intensivere Starkregenereignisse einstellen.

Klimawandel Hamburg

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat erstmals einen Klimareport für die Stadt Hamburg veröffentlicht. Der Bericht zeigt auf, wie sich wichtige Parameter wie Temperatur, Niederschlag, Sonnenschein, Wind und der Meeresspiegel über längere Zeit entwickelt haben. Zudem zeigt der Report anhand von Klimamodellen die möglichen Veränderungen für die Zukunft.

Es wird wärmer: Temperaturentwicklung in Hamburg

Die durchschnittliche Erwärmung in Hamburg seit 1881 liegt um 1,7° und damit etwas höher als die in Deutschland (1,6°C). Weltweit ist die Durchschnittstemperatur um 1,1°C gestiegen. Die Differenz ist darauf zurück zu führen, dass die Ozeane sich langsamer erwärmen als die Kontinente, und die Städte schneller als ländliche Gebiete. Zudem häufen sich Extreme: Die vier wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen liegen alle in der jüngsten Vergangenheit: 2014, 2018, 2019 und 2020. Anhand von Klimamodellen wurden verschiedene Szenarien für die globale und regionale Klimaentwicklung aufgestellt um den Klimatrend bis zum Ende des Jahrhunderts zu ermitteln. Bis dahin wird die durchschnittliche Jahrestemperatur nochmals um mindestens 0,5° C steigen, aber nur, wenn es uns gelingt die Treibhausgasemissionen deutlich zu reduzieren. Sollten wir unsere Klimaziele nicht erreichen, kann ein durchschnittliches Jahr zum Ende des Jahrhunderts bis zu 2 °C wärmer sein als die absoluten Rekordjahre 2014 und 2020.

Höhere Niederschlagsmengen und steigender Meeresspiegel

Die Niederschlagsmenge in Hamburg hat über das Jahr verteilt zugenommen. In den letzten 140 Jahren hat sich die Jahressumme um  etwa 17%  erhöht. Vor allem im Winter gibt es mittlerweile deutlich mehr Niederschlag, im Sommer nimmt er weniger zu.  In der warmen Jahreszeit drohen stattdessen Dürreperioden.

Im Zuge des Klimawandels beschleunigt sich auch der Anstieg des Meeresspiegels zunehmend.

Unweit von Hamburg an der Elbmündung in Cuxhaven ist der Wasserstand heute bereits 40 cm höher als vor 177 Jahren. Ein weiterer Anstieg um 1,1 m bis Ende des Jahrhunderts ist möglich – je nachdem, wieviel Klimaschadgase bis dahin emittiert werden.

Extremwetterereignisse nehmen zu

Starkregen mit großen Niederschlagsmengen in Form von sommerlichen Schauern und Gewittern treten in Hamburg jetzt schon häufiger auf.  In den letzten zehn Jahren gab es in Hamburg über 180 Starkregenereignisse.  

Die kalten und sehr kalten Tage nehmen weiter ab, längere Frostperioden im Winter werden immer unwahrscheinlicher. Die Zahl der warmen und sehr warmen Tage steigt dagegen und Hitzewellen kommen häufiger vor.

Was tut Hamburg gegen den Klimawandel?

Der Klimareport Hamburg wurde in Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Wetterdienst und der Hamburger Umweltbehörde erarbeitet. Er dient als wichtige Grundlage, um die Stadt auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten und Maßnahmen zur Klimaanpassung rechtzeitig zu planen.

Hamburgs Klimaplan enthält sehr umfangreiche Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasen und zur flächendeckenden Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen. So sollen die Bürgerinnen und Bürger vor den negativen Folgen des Klimawandels geschützt und die Funktionsfähigkeit der städtischen Infrastruktur gewährleistet werden. Die Hamburger Starkregengefahrenkarte ermöglicht z. B. eine bessere Vorsorge von Hausbesitzer*innen zum Thema Starkregen. Weitere Maßnahmen sind u. a. das Hamburger Förderprogramm für Fassadenbegrünung und Gründächer oder das Deicherhöhungsprogramm. Trotzdem bleibt in Zukunft viel zu tun, damit Hamburg seine  ambitionierten Klimaziele auch erreichen kann. Wie du im Alltag deinen Teil dazu beitragen kannst, erfährst du mit den Alltagstipps von #moinzukunft.