Was ist eigentlich… eine Hitzewelle?

Hamburg erlebte in den letzten Wochen erstmals eine 17 Tage lange Hitzewelle und außerdem die längste Aneinanderreihung von Tagen mit Temperaturen über 30 Grad.

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Hitzewelle

Im Prinzip ist eine Hitzewelle eine Periode von mehreren aufeinanderfolgenden Tagen, an denen es ungewöhnlich heiß ist. Ab wie viel Grad das genau der Fall ist, ist regional unterschiedlich. In der für Mitteleuropa gängigen Definition spricht man von einer Hitzewelle, wenn die Maximaltemperatur an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 30 Grad liegt. Sie dauert dann so lange an bis die durchschnittliche Maximaltemperatur wieder unter 30 Grad fällt oder die Maximaltemperatur an einem einzelnen Tag wieder unter 25 Grad liegt. Die Hitzewelle im August 2020 fing am 06. August mit einer Maximaltemperatur von 31,7 Grad an und dauerte bis zum 22. August an. Die bis dahin längste Hitzewelle war im Sommer 1994. So folgte nach dem ersten Winter ohne Eistage gleich der nächste Rekord in 2020!

Rekorde oder Klimawandel?

Wetterrekorde sind das eine, das andere ist die Frage was wir daraus über den Klimawandel lernen. Dazu müssen wir betrachten, wie das Vorkommen und die Länge der Hitzewellen sich über lange Zeiträume entwickeln. Als Referenz gilt der Zeitraum von 1961-1990. Seitdem sind wieder 30 Jahre vergangen, so dass gut verglichen werden kann. Im Ergebnis sehen wir, dass es in den letzten 30 Jahren drei Mal so viele Hitzewellen in Hamburg als in den 30 Jahren davor gab. In anderen Worten: eine Hitzewelle kam früher einmal in 5 Jahren vor, inzwischen haben wir sie alle 1,7 Jahre, oder eben auch direkt mehrmals in einem Jahr wie in 2018 und 2019. Auch das gab es vorher nicht. Im Schnitt dauert eine Hitzewelle jetzt 6,1 Tage, früher waren das noch 4,8.

Die Folgen von Hitze und Trockenheit

Natürlich bringt uns so ein Wetter ins Schwitzen. Und das hat Folgen: Der Trinkwasserverbrauch war sehr hoch. Im August 2020 wurden an zwölf aufeinanderfolgenden Tagen mehr als 400.000 m³ Trinkwasser verbraucht (normal sind etwa 300.000 bis 320.000 m3 pro Tag). Eine derart hohe Wasserabgabe an zwölf aufeinanderfolgenden Tagen, das gab es noch nicht.

Hinzu kommen die Folgen der anhaltenden Trockenheit in diesem Frühjahr. Die Niederschlagsmenge war mit 79 l/m² die geringste in den vergangenen zehn Jahren. 79 Liter entsprechen nur etwa der Hälfte des sonst üblichen Durchschnittswertes.

Um den hohen Trinkwasserbedarf decken zu können, liefen alle Brunnen und Aufbereitungsanlagen von Hamburg Wasser mit einem hohen Auslastungsgrad. In Hamburg wird unser Trinkwasser aus sehr mächtigen, sogenannten Haupt-Grundwasserleitern gefördert. Dieses System reicht bis in Tiefen von 250 bis 450 m. Es verfügt über ein enormes Speichervolumen. Auch Hitzephasen mit hohem Wasserbedarf sind daher kein Problem. Die Trinkwasserversorgung ist also sichergestellt.

Auch die Pflanzen leiden unter der Trockenheit, trotz des verregneten Julis, der uns noch gut in Erinnerung ist. Die Trockenheit schwächt die Bäume und macht sie anfällig für Schädlinge. Die Bäume welken frühzeitig und werfen schon jetzt ihr Laub ab.